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#1

Warum und wie ich einen Roman schrieb

in Allgemein 18.04.2006 16:13
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Warum und wie ich einen Roman schrieb
(auf Wunsch von Non)



Angefangen hat es damit, dass mich mein Verleger bat, pro Woche ein kurzes Essay für unsere home page bzw. für das damalige Verlags-Forum zu verfassen. Natürlich tat ich ihm den Gefallen und liess mich, in dieser wöchentlichen Kolumne, über dies und jenes aus. Irgendwann gingen mir aber die Ideen und Themen flöten, und aus beruflichen und privaten Gründen hatte ich auch nicht immer die Zeit, einen Artikel zu schreiben.
Da kam mir die „glorreiche“ Idee, ich könnte doch eine Fortsetzungsgeschichte aufsetzen, die mir die Gelegenheit gäbe, jede Woche ein neues Kapitel zu veröffentlichen. Somit hätte ich auch die Möglichkeit, mal etwas im Voraus zu verfassen, wenn Zeit und Muse kompatibel waren.

Es gibt viele Möglichkeiten, eine längere Geschichte anzufangen. Manche machen sich einen Entwurf, der die Hauptidee, die Protagonisten, die Örtlichkeiten u.Ä. beinhaltet, damit sie den roten Faden bzw. das Ziel (Schluss) nicht aus den Augen verlieren. Ich tat das, wozu man normalerweise abrät, ich fing einfach an zu schreiben. Ich sollte das noch einige Male bereuen, aber gehen wir der Reihe nach.

Meine Idee war, in der Ich-Perspektive ein Land zu beschreiben, dass mir sehr nahe ist, nämlich Schottland. Dass daraus aber nicht bloss ein Ferientagebuch entstände, beschloss ich, ein paar unerklärliche Ereignisse einzuflechten. Gesagt getan, ich begann also meine Geschichte, schrieb das 1. Kapitel, das 2. und das 3. Es machte mir Spass und am Ende jedes Kapitel baute ich einen sogenannten Cliffhanger ein, also eine Wendung, die den Leser dazu animiert, nächste Woche weiterzulesen. Wie viele Leser meiner damaligen Geschichte (2004) folgten, kann ich nicht genau sagen. Ich bekam zwar die eine oder andere Rückmeldung, aber es blieb doch alles sehr anonym und vage.

Irgendwann merkte ich, dass meine Protagonistin mir, also meiner eigenen Persönlichkeit, überhaupt nicht entsprach. Ich würde nicht so handeln bzw. hätte wohl vor 20 Jahren so gehandelt, aber heute nicht mehr. Deshalb beschloss ich, ihren Charakter anzupassen. Das hatte zur Folge, dass ich ein paar Dinge umschreiben musste.

Dieses Erlebnis bringt mich zum roten Faden zurück. Umschreiben liegt mir gar nicht und langweilt (mich). Da ich das jetzt aber musste, merkte ich, dass es von Vorteil ist, bevor man anfängt zu fabulieren unbedingt ein paar Dinge aufschreiben sollte. Ich nenne das Anforderungsprofil. Je nach dem, wie man eine Story aufzieht, kommen und gehen Menschen, die entweder primär etwas mit dem Plot zu tun haben, oder nur am Rande fungieren. Wenn man nicht gerade ein Sachbuch verfasst, ist es deshalb von Vorteil, ein Anforderungsprofil eines Charakters zu erstellen. Zum besseren Verständnis hier mal eine Auflistung, wie ein AP aussehen könnte:
Name, Vorname, Alter, Statur, Haar- und Augenfarbe, Familienstand, Beruf, Familie (Brüder od. Schwestern), Schulbildung, Hobbies, Lieblingsessen, Musikgeschmack, bestimmte Eigenschaften, wie tierlieb, naturverbunden, ängstlich, humorvoll, sarkastisch, ehrlich, Phobien ..... etc. körperliche Eigenheiten: Narben, Behinderungen, Tatoos, Piercings etc.

Wenn man für alle Charaktere, die es in einem Buch gibt, so etwas verfasst, evtl. in einem separaten Büchlein, ist man schon gut bedient. Denn sobald eine Figur mal eine Zeit lang nicht im Plot aktiv ist und dann wieder kommt, muss man sich nicht Gedanken darüber machen (oder endlos scrollen), ob sie jetzt rote oder schwarze Haare hat, Slang oder gebildetes Deutsch spricht etc.; man schlägt einfach im schlauen Büchlein nach: Et voilà!
Apropos Slang. Es ist, wie im realen Leben, so, dass nicht alle Menschen gleich sprechen. Auch in einer Geschichte sollten nicht alle Charaktere die gleiche Ausdrucksweise haben. Der eine spricht vielleicht wie heutige Jugendliche, der andere hat einen Dialekt, wieder eine spricht eine gehobene Sprache mit vielen Fremdwörter.... etc. Dies sollte berücksichtigt und eingeflochten werden, damit eine Geschichte lebt und nicht öde (im immer gleichen Ton) abgespult wird.

Gut, ich schrieb also den Charakter meiner Protagonistin um. Entfernte alles, was mit mir persönlich zu tun hatte bzw. mit einer Frau um die 40. Dazu gehörte auch, dass ich Witze, die ich zu bestimmten Situationen gemacht hätte (oder sarkastische Bemerkungen) löschte. Eine 25jährige Frau hat, ganz logisch, (noch) nicht alle Erfahrungen gemacht, die ich bereits habe und reagiert auf bestimmte Situationen anders.

Schottland ist ein ganz wunderbares Land, und, weil ich so verrückt danach bin, sollte meine Geschichte auch dort angesiedelt sein. Das ist schön und gut, denn nur selten interessieren sich Leser für eine Geschichte, die in Hintertupfigen spielt, aber wenn man über einen Ort schreibt, denn man nicht besonders gut kennt (oder nur vom Urlaub) dann hat man viel Arbeit vor sich. Recherchieren! – ist die Devise. Wie lange fährt man mit dem Auto von Edinburgh nach Aberdeen? Wie teuer ist die Maut über die Forth Road Bridge? Welches ist die Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn? Wie ist das Wetter in der Jahreszeit, in der die Geschichte spielt (Ok, das ist leicht. In Schottland regnet’s eh immer ). Welche Blumen blühen um diese Jahreszeit. Was isst man wo und um welche Zeit? Wie wird es zubereitet? Was tut man dort in der Freizeit? Wie sehen die Lokalitäten aus? Wie beschreibe ich die Umgebung? Gibt es Bildmaterial dazu? Sollte ich mich evtl. vor Ort begeben? etc. etc. etc.
Das Schreiben eines Plots an sich ist nicht das „Problem“, sondern vielmehr die Zeit, die man in Recherchen investieren muss, wenn man den Ehrgeiz besitzt, eine stimmige Story zu verfassen. Ich persönlich habe diesen Ehrgeiz, deshalb sass ich auch stundenlang vor dem Computer und surfte auf Internetseiten, um Infos zu kriegen – oder fragte hier dummes Zeugs im Arbeitshügel bzw. nervte ein paar mit Mails. Jetzt weiss ich auch, weshalb viele AutorInnen am Ende eines Buches, eine 3seitige Danksagung anführen!

Nun hatte ich also alle Infos einigermassen zusammen und schrieb und schrieb und schrieb. Die Handlung entwickelte sich, wie die Charaktere, immer weiter und irgendwann mal kam ich an den Punkt, wo ich meine „unerklärlichen Ereignisse“ hätte erklären müssen. Da ich aber nie bis zum Schluss gedacht hatte, befand ich mich – wie der berühmte Esel – vor dem Berg. Will heissen, ich hatte nicht die geringste Ahnung, wie ich das einigermassen sinnvoll erklären sollte.
Was tut also die kluge Hausfrau? Genau, sie beendet die Geschichte und lässt eine Option für ein zweites Buch offen. Da das alte Verlagsforum – infolge Hacker-Angriffe – den Bach hinunter ging, war das eine willkommene Gelegenheit, die Geschichte auslaufen zu lassen und mich geschickt aus der Affäre zu ziehen.

Jetzt wäre also der Punkt gekommen, wo ich eine längere Geschichte geschrieben hätte, die so so lala interessant wäre, die ein paar Leute gelesen hätten und die mir ein paar wichtige Erfahrungen bescherte, die ich für zukünftige Projekte nutzen konnte. Also alles in bester Ordnung.
Tja, jetzt war das aber so, dass ich zwei Schwestern habe, denen ich – Ehrgeiz und Ego lassen grüssen! – den ganzen Plot (Zwecks wohlwollender, familiärer Rückmeldung) geschickt hatte. Und man unterschätze familiäre Ehrlichkeit nicht, denn von beiden bekam ich aufgebrachte Telefonanrufe, was mir eigentlich einfalle, solch einen blöden Schluss zu schreiben!? Das gehe so nicht, ich würde sie ja im Regen stehen lassen und sie wollten unbedingt wissen, was die Protagonisten beim Steinkreis erlebt habe und was es dafür für eine Erklärung gebe! Es fielen sogar Schimpfworte! Man stelle sich das mal vor .....!
Dann kam noch dazu, dass mein Verleger mir sagte, wenn die Geschichte gut wäre und ich das möchte, würde er mir daraus ein Buch binden, das ich dann denen geben könne, die sich mal etwas Längeres von mir wünschten (Familie, Freunde, Kollegen etc.). Sollte ich das aber vorhaben, müsste die Geschichte natürlich professionell korrigiert werden etc. Ich schrieb bereits, dass mir Überarbeiten nicht besonders liegt, deshalb gab ich den ganzen Stoss einem pensionierten Korrektor, der mir etwas Verblüffendes mitteilte. Die Ich-Form sei für diese Geschichte nicht günstig, ich solle das so umschreiben, dass ein übergeordneter Erzähler den ganzen Plot berichtet. KREISCH!

Irgendwie verging mir die Lust, mich wieder hinzusetzen und den ganzen Mist noch einmal abzuändern. Echt, was sollte das eigentlich? Ich schrieb doch viel lieber Gedichte. Das konnte ich wenigstens. Sollten doch andere Romane schreiben. Im Übrigen war das doch sowieso alles Schmalz und trivial. Wer will schon so etwas lesen? ... und überhaupt! (Zweifel, Gem, du verstehst? )Die Schottland-Geschichte verschwand irgendwo im Computer und ich überlegte mir ein paar passende Ausreden für alle Beteiligten. Schluss, aus!

Denkste ...... meine Schwestern sind extrem beharrlich und irgendwann sagte eine zu mir: „Ich weiss ganz genau, weshalb du nicht weiter schreibst. Du hast nämlich nicht den geringsten Schimmer, wie’s ausgeht, stimmt’s?“
Ha, erwischt! Wer gibt schon gerne zu, dass er einfach so ins Blaue schreibt? Ohne Konzept? Und ich, eine, die anderen gerne Ratschläge erteilt, sie sollten sich überlegen, was sie eigentlich vermitteln, aussagen wollen ...... ne, ne. Das konnte ich wirklich nicht auf mir sitzen lassen.
Also hockte ich mich eines schönen Tages wieder vor den Computer und begann die Story umzuschreiben. Aus ‚ich’ wurde ‚sie’ und ich überlegte mir tagelang, wie ich meine ‚unerklärlichen Stellen’ logisch erklären könnte. Ich wollte zwar immer etwas Mystik in der Geschichte, aber keine Wunder und es sollte auch nicht Science Fiction werden. Irgendwann hatte ich dann eine passable Idee, Steve half da etwas nach (thx a lot!), und ich begann weiter zu schreiben.

Da ich den ersten Teil quasi vollständig abgeschlossen hatte, entschloss ich mich für einen 2. Teil. Wer sagt denn, dass es nicht zwei Teile in einem Buch geben kann? Eben.
Meine, im 1. Teil gemachten Fehler, versuchte ich zu vermeiden. Inzwischen kannte ich meine Protagonisten schon so gut, dass ich mein schlaues Büchlein nicht mehr gross brauchte, sondern nur noch für neue Charakter benutze, die erst im 2. Teil in Aktion traten. Wie ich aus meinen Fehlern als Schreiber lernte, lernten auch meine Personen aus Vergangenem und die Geschichte schrieb sich flott und steuerte auf den 2. Höhepunkt zu. Höhepunkte sind immer wichtig, da sonst der Leser schnell das Interesse verliert. Er muss darauf brennen, zu erfahren, wieso und weshalb und ob oder eben nicht .....
So konnte ich dann, Anfang dieses Monats, ein ~Ende~ unter das letzte Kapitel setzen. Der 2. Teil ist umfangreicher geworden, als ich gedacht hätte, schliesslich musste ich so Manches erklären (*g) und alle Fäden und Spuren, die ich im 1. Teil gelegt hatte, zusammenführen. Insgesamt sind es über 105'000 Wörter, die ich im Laufe von 2 Jahren geschrieben habe.

Was jetzt noch kommt, wird sich zeigen. Man riet mir dazu, das Ganze mal eine Weile ruhen zu lassen und erst dann wieder zu überarbeiten. Überarbeiten heisst, grosszügig kürzen und Geschwafel streichen, Ungereimtheiten ausmerzen, Schreib-Stil überprüfen, Grammatik, Rechtschreibung etc. Also alles, was ich nicht so gerne mache. *wuäg*

Ich weiss, dass die Geschichte keine Hochliteratur ist und, wie ich schon andernorts erwähnte, bin ich mir nicht sicher, ob die Welt ein Buch von Margot S. Baumann braucht. Mir ging es primär auch nicht darum, einen Bestseller zu verfassen oder den Literaturnobelpreis zu erlangen. Ich hatte aber plötzlich (irgendwann) den Ehrgeiz, das Ganze durchzuziehen und zu Ende zu bringen; nicht ins Triviale abzurutschen, Spannung zu erzeugen und zu unterhalten. Mal sehen, was meine Schwestern dazu meinen ......

Margot

P.S. So glücklich ich war, endlich zu Ende geschrieben zu haben, so fehlt mir doch jetzt etwas. Es kann also sein, dass ich wieder eine längere Story in Angriff nehme. Vielleicht etwas aus Hintertupfigen!

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#2

Warum und wie ich einen Roman schrieb

in Allgemein 18.04.2006 16:41
von Nonverbal • Mitglied | 407 Beiträge | 407 Punkte
hallo marge,
schön das du das thema hier aufgeworfen hast, so kann man das ganze gut nachvollziehen.
und wenn deine schwestern das fertige buch nochmal lesen, sag mir doch wie sie es dann fanden okay?

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#3

Warum und wie ich einen Roman schrieb

in Allgemein 18.04.2006 17:26
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Hm, ich weiß nicht mehr welcher Autor einmal geschrieben hat, dass das erste Buch schwer zu schreiben ist, das nächste dann aber ganz einfach und sich fast von selbst schreibt.
Ich gratuliere dir auf jeden Fall einmal für dein Durchhaltevermögen. Das ist schon ein Ding. Vielleicht stellst du ja einmal eine Leseprobe ins Forum.

LG Gem

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#4

Warum und wie ich einen Roman schrieb

in Allgemein 18.04.2006 17:41
von Nonverbal • Mitglied | 407 Beiträge | 407 Punkte
oh ja das wäre absolut super wenn du das machen würdest Marge

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#5

Warum und wie ich einen Roman schrieb

in Allgemein 18.04.2006 18:05
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Ja, ich hoffe auch, dass der Zweite besser von der Hand geht. Ist wie bei einer Geburt. Und schliesslich war mein 1. Gedicht auch nicht das Gelbe vom Ei, ich kann also noch hoffen.

Auszüge sind immer etwas schwierig, weil man natürlich den Zusammenhang nicht sieht - aber ok, ich mach das, selber schuld!

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#6

Warum und wie ich einen Roman schrieb

in Allgemein 18.04.2006 18:11
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Ja, aber es wäre interessant, wenn du vom ersten Teil und vom zweiten Teil einen Auszug schicken würdest, damit man sieht ob sich dein Stil verändert hat.

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#7

Warum und wie ich einen Roman schrieb

in Allgemein 18.04.2006 18:15
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Oh Mann, auch noch Ansprüche!

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#8

Warum und wie ich einen Roman schrieb

in Allgemein 18.04.2006 18:18
von Nonverbal • Mitglied | 407 Beiträge | 407 Punkte
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#9

Warum und wie ich einen Roman schrieb

in Allgemein 19.04.2006 22:03
von Roderich (gelöscht)
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Hallo Margot,

vielen Dank für diese umfangreichen und lehrreichen Betrachtungen über das Schreiben eines Romans. Dabei waren diese Ausführungen auch noch kurzweilig und amüsant - Respekt!

Jedenfalls werde ich mir eine Menge aus deinem Erfahrungsschatz mitnehmen, wenn du gestattest. Nicht, dass ich in absehbarer Zeit einmal einen Roman schreiben werde - aber erstens sind deine Erfahrungen auch bei Kurzgeschichten recht nützlich und zweitens kann man nie wissen.

Viele Grüße

Thomas

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#10

Warum und wie ich einen Roman schrieb

in Allgemein 19.04.2006 22:11
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Ich weiß nicht...
Mich würde das irsinnig unter Druck setzen. Ich könnte vermutlich keinen Roman schreiben. Die Selbstzweifel würden mich umbringen.
Ich glaube, es gitb nur zwei Gedichte die ich von meinen Eigenen jetzt noch total super finde und das sind Gedichte! Also: Kurz!
Ein Roman würde mich sicher ins Unglück stürzen.

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#11

Warum und wie ich einen Roman schrieb

in Allgemein 19.04.2006 22:27
von Roderich (gelöscht)
avatar
Mach's so wie ich - einfach schreiben und nicht darüber nachdenken!

Grüße

Thomas

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#12

Warum und wie ich einen Roman schrieb

in Allgemein 19.04.2006 23:27
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte

Zitat:

Roderich schrieb am 19.04.2006 22:27 Uhr:
Mach's so wie ich - einfach schreiben und nicht darüber nachdenken!




Der ganze Text umsonst!

.... keine Ursache, Rod. Das sind übrigens keine Richtlinien, jeder handhabt es wohl anders und schlussendlich muss man seine Fehler selber begehen.

Ein Freund von mir, zmB., der macht das ganz anders, der charakterisiert seine Personen praktisch gar nicht. Weder weiss man, wie die aussehen, noch was sie denken oder Ähnliches. Er sagt, er wolle dem Leser nicht vorschreiben, wie er sich die Protagonisten vorzustellen habe. Also keine Bevormundung der Phantasie.... ist auch eine Einstellung, nicht?


@ Gem
Ein Journalist fragte mich mal, was meine Ziele wären. Als ich darauf antwortete, irgend wann Mal ein Buch zu schreiben, erwiderte er: Das sagen viele und ich wünsche mir dann immer, sie hätten es gelassen!


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#13

Warum und wie ich einen Roman schrieb

in Allgemein 21.04.2006 10:16
von barfly (gelöscht)
avatar
hallo margot

einen interessanten einblick gibst du da und machst immer wieder deutlich wie der schaffensprozess von rückschlägen durchzogen ist.
ich habe selbst ins auge gefasst, in naher zukunft mich an das schreiben eines romans zu machen. die idee habe ich schon. sie ist ähnlich wie bei dir aus einer kurzgeschichte entstanden. bin nun dabei ideen zu sammeln und hoffe, dass ich nach meinem studium arbeitslos werde.
deine tipps helfen mir sicherlich dabei ein paar fehler oder schwierigkeiten zu umgehen. z.b die sache mit dem büchlein in den man die charaktere skizziert, sodass man alles zusammen hat.
gern gelesen, es war sehr aufschlussreich.

grüße
barfly

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#14

Warum und wie ich einen Roman schrieb

in Allgemein 21.04.2006 10:22
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte

Zitat:

barfly schrieb am 21.04.2006 10:16 Uhr:
bin nun dabei ideen zu sammeln und hoffe, dass ich nach meinem studium arbeitslos werde.




Bei der momentanen wirtschaftlichen Lage, wird dein Wunsch sicher in Erfüllung gehen. Ich drück die Daumen.

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#15

Warum und wie ich einen Roman schrieb

in Allgemein 21.04.2006 10:59
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Hi barfly

Freut mich, wenn ich dir ein paar Denkanstösse vermitteln konnte. Ich bin eigentlich kein grosser Freund von solchen Abhandlungen, weil ich dann ständig das Gefühl habe, man denke, ich würde mich hervortun und es wäre nur auf diese/meine Weise machbar. Schliesslich bin ich ein totaler Newbie auf dem Gebiet und muss selber noch eine Menge lernen. Aber schliesslich brauche ich, sollte je jemand fragen 'wie alles begann', eine Vorlage.

Es gibt übrigens, wenn man den amerikanischen Stil mag, Literatur darüber, wie es dort gehandhabt wird. Stephen King hat darüber ein Buch geschrieben 'Das Leben und das Schreiben', dann Gabriele L. Rico 'Garantiert schreiben lernen' (etwas langfädig) und Elizabeth George 'Wort für Wort oder Die Kunst, ein gutes Buch zu schreiben' (fand ich sehr interessant) oder das von James N. Frey 'Wie man einen verdammt guten Roman schreibt, Bd.2, Anleitungen zum spannenden Erzählen für Fortgeschrittene'. Wie gesagt, das sind auch nur Sichtweisen, wie man es tun könnte und sollten auch als Solches verstanden werden. Es gibt und gab aber schon immer AutorInnen, die sich einen Deut um das scherten, was andere sagen und meinen und die hatten auch Erfolg. Es muss halt jeder selber entscheiden, wie und was er tut.

Gruss
Margot

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#16

RE: Warum und wie ich einen Roman schrieb

in Allgemein 20.07.2009 14:35
von Simone • Mitglied | 1.674 Beiträge | 1674 Punkte



Ich hab ja jetzt auch endlich einen Roman in Angriff genommen und muss zustimmen: es ist absolut tödlich, einfach so ins Blaue hinein zu schreiben. Ich hab das schon ein paarmal versucht und jedesmal entnervt und verzweifelt hingeschmissen.

Dieses mal hab ich mir also die Personen und die einzelnen Szenen vorher skizziert, und dann erst angefangen. Ich musste dann währen des Schreiben, dauernd die Szenenskizzen umschreiben, weil die Protagonisten sich geweigert haben, zu tun, was ich wollte. Aber mittlerweile stecke ich soweit drin, dass das nichts mehr ausmacht und es sich trotzdem weiter entwickelt. Ich habe einen (groben) Plot und weiß wie es ausgeht und ich hoffe, dass die Protas auch mit dem Ende einverstanden sind, ansonsten, schaun mer halt mal.

Auf jeden Fall macht es mir unheimlich viel Spaß, auch wenn ich schnecken-langsam schreibe. Aber ohne diese Vorarbeiten (Szenen, Personen usw) hätte ich wahrscheinlich schon wieder aufgegeben, weil ich den Faden verloren hätte, bevor ich richtig angefangen habe.
Auch empfehlenswert und hilfreich fand ich den Frey , auch wenn ich mich nicht an alles halte, aber es war interessant zu lesen und aufschlussreich, wie man zB. mit teilweise ganz simplen Sachen einen gewünschten Effekt erzielen kann.

Gruß
Sim


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#17

RE: Warum und wie ich einen Roman schrieb

in Allgemein 05.09.2011 17:23
von MarleneM (gelöscht)
avatar

Ich finde es regelrecht spannend, euch hier zu lesen. Besonders die Ausgangsgeschichte hat es mir angetan. Leider habe ich keine Schwestern und auch keinen Verlag, also hält sich mein Ehrgeiz in Grenzen, einen Roman zu schreiben.
Dennoch würde es mich reizen.

Na, mal sehen. Jedenfalls habe ich die herzerfischende Geschichte sehr gerne gelesen.
LG von Marlene

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#18

RE: Warum und wie ich einen Roman schrieb

in Allgemein 05.09.2011 17:26
von pistacia vera | 448 Beiträge | 448 Punkte

Leider haben wir hier wohl auch keine Margot mehr *heul) oder doch?


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#19

RE: Warum und wie ich einen Roman schrieb

in Allgemein 30.09.2011 02:54
von Arno Boldt | 2.759 Beiträge | 2758 Punkte

Das Urgestein Margot fegt ab und an als seliger Geist durch unsere Hallen. :)


http://arnoboldt.wordpress.com/
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#20

RE: Warum und wie ich einen Roman schrieb

in Allgemein 30.09.2011 19:54
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte

*feg feg feg*

Hey Leute!

Ich wusste gar nicht mehr, dass dieser Erguss hier steht. Witzig! Es hat sich übrigens Einiges in der Zwischenzeit getan. Die Prosa hat mich (wie ich orakelte) nicht mehr losgelassen und nächsten Sommer erscheint mein neuster Roman bei Droemer Knaur. Und ich hoffe mal, dass ich aus meinen damaligen Fehlern auch wirklich etwas gelernt habe.

Liebe Grüsse
Margot


Die Frau in Rot

zuletzt bearbeitet 30.09.2011 19:54 | nach oben

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