Es knirscht der Steg;
nichts mehr beschönt,
verbleibt keine Zeit,
zum Welken betrachten,
Nachlauschen, Bedauern.
Es reißt der Weg,
der Ruhm verhöhnt,
Nahes wird weit,
fällt ins Umnachten
noch vor dem Erschauern.
Hallo Joame, vielversprechender Anfang, denn ein Steg führt meistens irgendwohin.
Knirschen verweist bereits auf die Last eines LI? bzw. denkenden und schreibenden
Verfassers. Ein sehr menschliches LI hat es nicht nur eilig, es läuft auch vor Trauer
davon, vllt fürchtet es das Welken. Nachlauschen leitet nach Innen, wo Bedauern
übernimmt. Den jetzt (ab)reißenden Weg fasse ich als seelische Qualität auf.
Als Weg hat Ruhm noch nie viel getaugt. Berühmt ist verhöhnt wie verrissen. Zum
Glück gibt es mehr als eine Weise ein Gedicht zu lesen. Nehme ich es mal so, daß auf
dem Steg ein LI auf Ruhm ausgeglitscht ist (was vorhersehbar war).
Was nah und vertraut war, weitet sich - durch Ruhm? Ja, wahrscheinlich. Ein Verlust
haltgebender Strukturen geht dem Fall ins Umnachten voraus.
Werden wir das LI wie andere Promis demnächst aus der Rehabilitation abholen? In
Anbetracht der Aussichten ist Erschauern ein diskreter Ausdruck, vergleichsweise.
Diese Zeilen beschönigen gar nichts, wie versprochen. In wenigen Worten ist sehr
viel enthalten, vllt eine ganze Epoche. Viele Grüße mcberry