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#1

Abbruch

in Düsteres und Trübsinniges 12.10.2009 22:16
von Joame Plebis | 2.554 Beiträge

Abbruch

Es knirscht der Steg;
nichts mehr beschönt,
verbleibt keine Zeit,
zum Welken betrachten,
Nachlauschen, Bedauern.
Es reißt der Weg,
der Ruhm verhöhnt,
Nahes wird weit,
fällt ins Umnachten
noch vor dem Erschauern.

© Joame Plebis

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#2

RE: Abbruch

in Düsteres und Trübsinniges 15.10.2009 21:38
von mcberry • Administrator | 1.196 Beiträge

Es knirscht der Steg;
nichts mehr beschönt,
verbleibt keine Zeit,
zum Welken betrachten,
Nachlauschen, Bedauern.
Es reißt der Weg,
der Ruhm verhöhnt,
Nahes wird weit,
fällt ins Umnachten
noch vor dem Erschauern.

Hallo Joame, vielversprechender Anfang, denn ein Steg führt meistens irgendwohin.
Knirschen verweist bereits auf die Last eines LI? bzw. denkenden und schreibenden
Verfassers. Ein sehr menschliches LI hat es nicht nur eilig, es läuft auch vor Trauer
davon, vllt fürchtet es das Welken. Nachlauschen leitet nach Innen, wo Bedauern
übernimmt. Den jetzt (ab)reißenden Weg fasse ich als seelische Qualität auf.

Als Weg hat Ruhm noch nie viel getaugt. Berühmt ist verhöhnt wie verrissen. Zum
Glück gibt es mehr als eine Weise ein Gedicht zu lesen. Nehme ich es mal so, daß auf
dem Steg ein LI auf Ruhm ausgeglitscht ist (was vorhersehbar war).
Was nah und vertraut war, weitet sich - durch Ruhm? Ja, wahrscheinlich. Ein Verlust
haltgebender Strukturen geht dem Fall ins Umnachten voraus.

Werden wir das LI wie andere Promis demnächst aus der Rehabilitation abholen? In
Anbetracht der Aussichten ist Erschauern ein diskreter Ausdruck, vergleichsweise.
Diese Zeilen beschönigen gar nichts, wie versprochen. In wenigen Worten ist sehr
viel enthalten, vllt eine ganze Epoche. Viele Grüße mcberry


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#3

RE: Abbruch

in Düsteres und Trübsinniges 20.10.2009 14:12
von Joame Plebis | 2.554 Beiträge

Danke, mc berry!

Inhaltlich kann jeder seine Ansicht hineininterpretieren. Ich hätte germe zum Ausdruck gebracht, wie nichtig Ruhm ist, total wertlos und sich alles spontan erübrigt, wenn der 'Weg' geendet hat. Bei der diesemal knappen Aussage konnte ich es nicht verdeutlichen.

(Textanalyse lt. Margot' Hinweis: Wörter gesamt: 32, Füllwörter: 0 (0%)

Danke mit Gruß
Joame

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#4

RE: Abbruch

in Düsteres und Trübsinniges 23.10.2009 20:26
von hans beislschmidt | 104 Beiträge

servas Joame,

Niemand wird erhöht, kein Weg war umsonst. Es geht immer weiter. Kein Weg ist zuende. Kein Steg bricht. Es gibt kein ultimatives Ende. Wir werden uns alle wieder sehen. Anders. Neu. Warum neugierig sein? Wir werden es doch früh genug erfahren. Gruss vom Hans

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#5

RE: Abbruch

in Düsteres und Trübsinniges 23.10.2009 21:40
von Joame Plebis | 2.554 Beiträge

Ich ahne, hier wird von Reinkarnation gesprochen. Wo ist der große Platz, wo wir uns alle treffen?

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#6

RE: Abbruch

in Düsteres und Trübsinniges 23.10.2009 23:34
von hans beislschmidt | 104 Beiträge

Hey Joame,

Es geht mir nicht um Reinkarnation, lediglich um die Neugierde um die Beschaffenheit des Danach.

Gruß vom Hans

OK?

zuletzt bearbeitet 23.10.2009 23:50 | nach oben springen

#7

RE: Abbruch

in Düsteres und Trübsinniges 23.10.2009 23:43
von Joame Plebis | 2.554 Beiträge

Danke Hans! So schön das Bild auch ist und Dein beruhigender Zuspruch wohlgmeint, beim ABBRUCH kommt nirgendwo Neugierde zum Ausdruck und ich glaube, es läßt auch nichts darauf schließen.

Gruß
Joame

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#8

RE: Abbruch

in Düsteres und Trübsinniges 23.10.2009 23:49
von hans beislschmidt | 104 Beiträge

Oh weh - ich ahne ...

Wo ist der große Platz, wo wir uns alle treffen?

Wenn das keine Neugierde ist ... jetzt aber schnell wieder raus mit dem Bild, will dich ja nicht verärgern.

Gruß vom Hans

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#9

RE: Abbruch

in Düsteres und Trübsinniges 27.10.2009 23:19
von perry • Mitglied | 907 Beiträge

Hallo Joame,
ein interessantes Reimschema. Inhaltlich könnte es einen Bruch mit dem Leben beschreiben.
Bildlich gefällt mir der "reißende" Weg nicht, da gibt es sicher bessere Ausdrücke dafür.
Ansonsten gut verknappt.
LG
Perry

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#10

RE: Abbruch

in Düsteres und Trübsinniges 28.10.2009 00:33
von Joame Plebis | 2.554 Beiträge

Danke, perry! Ja, ganz eindeutig und unfreiwillig aus dem Leben gerissen, wo keine Zeit für Erschrecken ist.
Es ist vielleicht kein schöner Ausdruck 'es reißt der Weg', kann aber verständlicher sein, wenn man sich die Situation vorstellt, was man besser bleiben lassen sollte.
Mitbestimmend für diese Wortwahl könnte auch gewesen sein, nicht in zu vielen Gedichten 'bricht' zu haben, aber bestimmend war das nicht. Das Reimschema A-E, A-E hat sich fast ergeben, könnte auch simpel wirken; ich weiß es nicht.

Danke mit Gruß!
Joame

zuletzt bearbeitet 31.10.2009 11:06 | nach oben springen

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