Hallo alle miteinander,
Zur Nominierung sollte ich vllt einen Kommentar schreiben. Fast als Begründung, warum eigentlich:
Die Zeilen kamen mir in den Sinn, als ich begann, mich mit apokryphen Texten zu befassen.
Nun zum Text:
unmittelbar nach dem Titel beschreibt die erste Zeile eine innere Befindlichkeit. Befriedigte Neugier führt zur Dankbarkeit. Die morgendliche Sonne wird zur Metapher einer Entdeckermentalität.
Sprachlich knapp, vermischt sich ein mögliches LI mit projektiv überhöhtem Licht. Oder Eos selbst schaut neugierig um die Ecke, erfreut die Welt vorzufinden.
Die dritte Zeile fasse ich mehrdeutig auf, schon weil in einem Possesivpronomen der Besitzanspruch angedacht wird. Weder ein mögliches LI noch die Göttin hätten gemacht, was sie sehen; sonst gäbe es auch weniger zu entdecken. Nahezu unnötig, das eigens zu erwähnen.
Eine weitere Sinngebung: nicht aus der (beschützenden?) Hand geben wollen /dürfen, geht über die bloße Lebensfreude des Auffindens hinaus in eine emotional getragene Verantwortlichkeit für eigenes Wirken.
Ausdrücklich geht es mir nicht darum, eine Interpretation als richtig oder falsch oder gar besonders klug hinzustellen. Textauffassung muß in sich begründet sein und auch keineswegs vom Autoren genehmigt werden. Dem Leser zu gratulieren, er habe alles so verstanden, wie es gemeint war, ist im Ende netter Unsinn. Einmal in die Welt hinaus geschickt, beginnt ein Text seine eigene Reise. Diesem wünsche ich Glück. mcberry