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  • Terminale SedierungDatum11.05.1970 21:17
    Thema von Don Carvalho im Forum Düsteres und Trübsinniges
    Terminale Sedierung

    Sachte säuseln Stimmen mir ins Ohr,
    mein Atem ist entspannt und erstmals friedlich.
    Könnt ich lachen nähm ichs mit Humor,
    doch wäre das den Umständen nicht würdig.

    Hände streicheln mich in tiefen Schlaf,
    der mich noch schreckt, ist er doch so endgültig.
    Keine Angst, ich wehr mich nicht, bin brav,
    entrücke diesem Sein...unwiederbringlich...

    (c) Don Carvalho
    - Oktober 2005

    edit: einiges geändert Dank Vel
  • wo bin ichDatum11.05.1970 18:53
    Thema von Don Carvalho im Forum Liebe und Leidenschaft
    wo bin ich

    "Ist es wirklich wahr, dass Du der Meinung bist, ich würd Dich hassen?
    Ist es wirklich wahr, dass Du mir vorwirfst, ich würd unsre Liebe nur verprassen?
    Kann es sein, dass meine Seele Deine lang schon nicht berührte
    und ich nachts, wenn ich Dir überkam mechanisch Körpers Hülle nur verführte?

    Stimmt es nicht, dass meine Worte schon seit langem keinen Zugang
    mehr zu Deinem Innern haben? Warum antwortest Du nicht? Dein Schweigen ist mir
    unerträglich! Shit, die schwitzendheiße Zeit als ich noch durchdrang
    und noch irgendetwas zu bewirken in der Lage war - dahin! Was ist? Wir

    sollten endlich ehrlich sein! Beginne doch mal zu erkennen
    und sieh ein, dass es vorbei ist. Was soll das denn! Hör doch bitte auf zu flennen,
    mir bringts nichts und Dir doch auch nicht!

    (seufzt)

    Komm her in meine Arme..."

    Selbstaufgabe.
    Glück für Dich und mir ein elend Fluch, dass ich mich stets erbarme.

    (c) Don Carvalho
    - Oktober 2005
  • Thema von Don Carvalho im Forum Kurzgeschichten, Erzäh...
    Nachts um halb drei in Berlin Schöneberg

    Er schloss die Augen und atmete tief ein.

    All seine Kraft wendete er auf, um äußerlich Ruhe zu bewahren, er war sogar nicht allzu weit von einem Lächeln entfernt. Doch innerlich riss es an ihm, er fühlte sich wie jemand, der nach vielen Jahren des im Kreis Laufens gezwungen war, gerade aus zu gehen. Zitterig, stets nahe am Sturz. Er stolperte. Er öffnete die Flasche Bitternis und goss sich großzügig ein. Gluckernd füllte sich sein Glas, die braune Flüssigkeit schwappte gegen den Rand und ein schmales Rinnsaal lief außen herab, bis es von seinen Fingerspitzen liebevoll aufgefangen wurde. Es war besser, für den Augenblick. Mit noch immer geschlossenen Augen holte er Atem, achtete darauf, wie sich seine Lunge langsam mit Luft füllte. Seine Lippen bebten und er spürte, wie ein Orkan aus seinem Mund in die Welt hinausschoss und sein zerstörerisches Werk begann.

    Er öffnete die Augen.

    Die Laterne, an der er sich festhielt, war den alten Gaslaternen des 19. Jahrhunderts nachempfunden. Zwischen seinen Füßen sah er Erbrochenes, Spritzer waren auf seinen Schuhen und seiner Hose. Behutsam fingerte er ein Taschentuch aus seiner Manteltasche, sorgfältig darauf bedacht, nicht auch noch seinen Mantel zu beschmieren, und wischte sich über das Kinn. Nach einer Weile stieß er sich von dem Licht weg in die Dunkelheit. Er versuchte, kontrolliert einen Fuß vor den anderen zu setzen, gleichmäßig einen Schritt dem anderem folgen zu lassen. Er knickte weg, brach seitlich aus wie ein Torero im Angesicht des Stieres und hatte bereits einige Meter zurückgelegt, bevor er sein Gleichgewicht wieder gefunden hatte. Er konzentrierte sich auf die nächsten Schritte, es wurden mehr als geplant, bis eine Mauer ihm die Stirn bot. Langsam rutschte er die Steinerne hinunter, bis er auf dem Boden saß, den Kopf gegen das unebene Gestein gelehnt. Sein Knie wurde feucht, er kauerte in einer Pfütze, doch der Platz war gut, sehr gut sogar.

    Er schloss die Augen.

    Es gibt Drogen überall. Leichte, harte, was immer das Herz auch begehrt, in allen Farben und Formen lässt sich der Geist betäuben. Die schlimmste Droge ist jedoch die Technik, oder vielmehr die technischen Drogen, da sie mehr als alle anderen zur Einsamkeit führen. Auch wer gemeinsam vor dem Fernseher sitzt ist allein. Interessant ist dabei, wie die moderne Ehe und das Fernsehen im Zusammenhang stehen, aber das ist ein anderes Thema. Tatsache ist, dass immer mehr Menschen in den Industrienationen, den Medien verfallen, vereinsamen. Im Fernsehen sah ich vor kurzem einen Bericht über das Fliegen. Dort wurde festgestellt, dass mit zunehmendem Flugverkehr und der Möglichkeit, in Überschallgeschwindigkeit weit entfernte Ziele zu erreichen, das Warten wieder zur quälenden Erfahrung wurde insofern, dass Verspätungen und dass damit verbundene Warten mit der eigentlichen Reisezeit oftmals konkurrieren. Das Hochgeschwindigkeitsreisen bringt die quälende Langsamkeit des Wartens mit sich. Ein Widerspruch in sich? Nicht mehr, wie das Zusammenwachsen der Menschheit auf globaler Ebene durch technische Medien zur Einsamkeit führt. Der Abgrund lauert überall. Lasst ihn uns wenigstens genießen. Genuss - zumindest erleichtert wird er durch Drogen. Und damit sind wir wieder am Anfang.

    Die Mauer in seinem Rücken stützte ihn wie der gute Freund, den er nicht hatte. Irgendetwas lief ihm über den rechten Handrücken, staksig und hektisch irgendwie. Die Überlegung, ob er die Augen öffnen oder den vermutlich insektoiden Belästiger blind hinwegwischen sollte, verebbte im Nichts. Gleichmäßig ging jetzt sein Atem, friedvoll fast, und wäre er nicht er selbst, hätte dies nahezu ein schöner Augenblick sein können. Doch sein Verstand war noch immer zu wach, als dass er selbst diesen armseligen Augenblick der Ruhe hätte genießen können. So blieb ihm letztlich doch nur, sich mühevoll nach oben zu quälen, kurz in der Hocke verschnaufend und den Wirbelstrom seiner Erinnerungen fortwährend niederkämpfend. Als er nun stand, tat es ihm fast Weh, diesen kleinen gütigen Platz zu verlassen, doch er wusste nur allzu gut, dass auch dieser Ort ihm irgendwann sein geiferndes Angesicht zeigen würde. So öffnete er sich dem verschließend die Augen und begab sich, den Freund tretend um genügend Kraft zu erhalten, in die neue alte Dunkelheit.

    Bis morgen.

    (c) Don Carvalho
    - irgendwann Mitte 2003
  • (ver)LebenDatum11.05.1970 15:59
    Thema von Don Carvalho im Forum Philosophisches und Gr...
    (ver)Leben

    Die Tage quälen sich (das grüne Gras) dahin
    Erleben wird (ich riech es noch) stets neu gewebt
    Möcht mich vor Euch und mir (im Abendrot) verstecken

    (Es blieb nicht viel) dies alles ist was ich noch bin
    Nun fragend habe ich (wo weilt der Rest) gelebt
    Zuletzt werd einsam ich (oh Glück von einst) verrecken


    (c) Don Carvalho
    - November 2005

    Audioversion


    --------------------------------------------------------------------------------------


    1. Version:
    Die Tage quälen sich (das grüne Gras) dahin
    Erleben wird (ich riech es noch) stets neu gewebt
    Möcht mich vor Euch und mir (im Abendrot) verstecken

    Dies alles ist (es blieb nicht viel) was ich noch bin
    Mich fragend habe ich (wo weilt der Rest) gelebt
    Zuletzt werd einsam ich (oh Glück von einst) verrecken

    2. Version:
    Die Tage quälen sich (das grüne Gras) dahin
    Erleben wird (ich riech es noch) stets neu gewebt
    Möcht mich vor Euch und mir (im Abendrot) verstecken

    Es kümmert mich (es blieb nicht viel) was ich noch bin
    Nun fragend habe ich (wo weilt der Rest) gelebt
    Zuletzt werd einsam ich (oh Glück von einst) verrecken
  • Neue WegeDatum11.05.1970 11:37
    Thema von Don Carvalho im Forum Liebe und Leidenschaft
    Neue Wege

    Mit deiner Hand in meiner Hand
    geh'n wir durch neue Welten,
    der Weg vor uns noch unbekannt,
    doch Furcht soll hier nicht gelten.

    Noch neu der Boden und der Pflug,
    doch Du an meiner Seiten,
    der Horizont ist nicht genug
    für die Empfindsamkeiten,

    die deutlich zeigen meine Qual,
    wenn wir es nicht mehr wagen.
    So sieh, ich habe keine Wahl,
    drum kann ich Ja nur sagen.

    Nun schau ich voller Stolz und Mut
    und freu mich wie ein Diebe,
    denn Deine Nähe tut mir gut,
    es ist wohl echte Liebe.

    (c) Don Carvalho
    -September 2004
  • NachtwacheDatum11.05.1970 04:58
    Thema von Don Carvalho im Forum Düsteres und Trübsinniges
    Nachtwache

    Wieder eine Nacht hab bangend ich durchwacht
    an Deinem Bett, die Schatten sind Dir Decke,
    die nicht wärmt, obwohl das Feuer mich umschwärmt.
    Ich schleiche nur aus Angst, dass ich erwecke
    Deinen Fiebertraum, den ich schon hab gebracht.

    Wieder stehe ich in Schemenhaftigkeit
    vor Deinem Bett, oh wie sich alles gleicht in
    allen bittren Zügen. Glaube meinen Lügen!
    Doch wischtest Du sie unbedacht und leichthin
    fort, welch trostlose Gedankenlosigkeit.

    Und während Du verlangsamt mir entgleitest,
    spüre ich den wohlbekannten Schmerz, der mich
    durchdringt. Ich grüße ihn, den Du bestreitest
    -jetzt noch!-, während Deine Zeit verrinnt...

    (c) Don Carvalho
    - August 2005
  • E depois do adeusDatum11.05.1970 02:05
    Thema von Don Carvalho im Forum Diverse
    E depois do adeus
    24. April 1974, 22:50 Uhr

    "Nach dem Abschied" klingt aus allen Transistoren
    und verschafft Carvalho so Unsterblichkeit.
    Noch glaubt sich Caetano lange nicht verloren,
    denn die Quinta ist zum letzten Kampf bereit!

    Die Bewegung der Streitkräfte rückt nun weiter,
    Jubel lenkt sie schützend durch ganz Lissabon.
    Nelken machen Gässchen um ein vieles breiter,
    stürzen den Faschismus von dem kalten Thron.

    Kurz nur und doch tödlich wehrt sich noch die PIDE,
    eh auch sie die Waffen letztlich alle streckt.
    In Soldatenaugen schimmert flehend Friede -
    der Veränderungen Geist war längst geweckt.

    "O povo unido
    jamais será vencido"

    (c) Don Carvalho
    - August 2005
  • Thema von Don Carvalho im Forum Ausgezeichnete Lyrik
    Schritte für die Menschheit

    Was soll die Menschheit mich noch intressieren,
    so fern, so klein und ohne jeden Glanz.
    Ich wische fort all die Gedankenschlieren,
    alleine mich schmückt nun der Lorbeerkranz!

    Ich bin der Herrscher aller Universen,
    steh zwischen Euch und Eurer Sonne Lauf.
    Zu weit voraus! Ihr seht nur meine Fersen
    und betet ehrfurchtsvoll zu mir herauf.

    Ich trete aus dem Schatten jetzt hervor,
    nach kaltem und beschwerlich langem Ritt,
    erhebe mich in den Olymp empor
    durch meinen kleinen, Euren großen Schritt.


    Audioversion

    (c) Don Carvalho
    - Juni 2005


    Zeichnung: Donna Carvalho
  • Vereint (CLXXIII)Datum10.05.1970 18:25
    Thema von Don Carvalho im Forum Gesellschaft
    Vereint (CLXXIII)

    Ich blick Dir ins Gesicht und sehe meines
    und spür Dein Streicheln zärtlich auf der Wange.
    Der Abstand nur zur Wahrung äußren Scheines,
    zum Schutz libidinöser Kernbelange.

    Ich küsse Deinen Mund und küsse meinen
    und spüre Deine sehnsuchtsvollen Hände.
    Bei aller Gegenwehr bin ich im Reinen
    mit mir, trotz der Verachtung aller Stände.

    So führen wir wohl dieses Doppelleben
    solange, bis es irgendwann dann endet.
    Und wenn nur Du allein mir kannst vergeben,
    so habe ich nicht meins, nicht Deins verschwendet.

    (c) Don Carvalho
    - Juli 2005
  • UrsachenforschungDatum10.05.1970 17:54
    Thema von Don Carvalho im Forum Düsteres und Trübsinniges
    Ursachenforschung

    Mit sichrer Hand und scharfer Präzision
    setz ich das liebgewonnene Skalpell -
    in wahrgewordner Buñuelfiktion
    fährt es durch erste Schichten fein und schnell.

    So ist der erste Schritt auch schon getan
    und etwas von Dir ist jetzt freigelegt.
    In schwarzer Stumpfheit starrst Du mich nur an,
    die Höhlen freigeschabt und ausgefegt.

    Doch fand ich nicht den Grund für Deinen Blick
    - den voller Mitleid, den ich so verfluche -
    so zieh ich fester Deiner Fesseln Strick,
    begeb mich weiter auf die lange Suche...

    (c) Don Carvalho
    - Juli 2005


    Zeichnung: Donna Carvalho
  • AufgebahrtDatum10.05.1970 13:33
    Thema von Don Carvalho im Forum Düsteres und Trübsinniges
    Aufgebahrt

    Gelblich grün die Blutergüsse
    deiner schmalen Lenden Haut,
    kalt erstarrt sind deine Küsse,
    Licht der Augen schon ergraut.

    Liladunkel Würgemale
    zieren deinen zarten Hals.
    So liegst du im Leichensaale,
    Nachruhm zollt dir bestenfalls

    einzig einsam Totenwäscher,
    wie er deinen Körper weiht.
    Ob der üble Lebenshäscher
    letztlich Dir nun auch verzeiht?

    (c) Don Carvalho
    - August 2004

    P.S. zur Komplettierung der Sammlung und schon etwas älter...


    Zeichnung: Donna Carvalho
  • Willkommen, 3. WeltDatum10.05.1970 12:26
    Thema von Don Carvalho im Forum Humor und Fröhliches
    Willkommen, 3. Welt

    Verdammt, ich habe es verpasst,
    (man sagte mir auch nicht Bescheid)
    wir haben alles Geld verprasst,
    nun herrscht anscheinend Not und Leid!

    Erst kürzlich wars im Supermarkt
    (vorm Cerealienregal)
    ich kaufte, was mich stets erstarkt
    und meine Muskeln formt zu Stahl,

    als plötzlich um die Ecke bog
    (ich kannte es nur vom TV)
    ein Ding, das kaum mehr etwas wog,
    nicht feststellbar, wars Kind, wars Frau;

    (ich dachte einst, dies Phänomen
    sei ein Problem der dritten Welt,
    ich konnte nicht so recht verstehn
    wie man hier ohne Not verfällt!)

    und langsam hob die Knochenhand
    mal dies, mal das - welch schwere Wahl.
    Das Bild hat sich mir eingebrannt:
    sie hungert vorm Diätregal!

    (c) Don Carvalho
    - Juni 2005
    edit: einige Änderungsvorschläge von muh-q wahn übernommen


    Zeichnung: Donna Carvalho
  • Des Paten MissetatenDatum10.05.1970 11:29
    Thema von Don Carvalho im Forum Werkeverzeichnisse

    Die komplette Liste meiner Verbrechen in diesem Forum:

    Düsteres und Trübsinniges

    - abgedankt (09/06)
    - Ankerstein (12/05)
    - Aufgebahrt (08/04) *
    - Das letzte Beltane (04/06)
    - Das Schweigen Deines Nackens (02/06)
    - Entwicklungsprozesse (09/06)
    - Erbarme Dich (02/05)
    - Faktura (03/06)
    - Ich säte den Wind (03/05)
    - Mal wieder (03/06)
    - mein Wille (01/05)
    - Nachtwache (08/05)
    - Nebelweihe (03/05)
    - Ochsenhunger (12/05) *
    - Reduzierung (01/09)
    - Scientia et conscientia (11/06)
    - Terminale Sedierung (10/05)
    - Ursachenforschung (07/05) *
    - wund gerieben (07/06)


    Gesellschaft

    - Biedermannrassismen (06/06)
    - Dein Klopfen (CCXXXIX) (02/05)
    - Desintegration (11/06)
    - Die letzte Vorstellung (CLXXXVII) (05/07)
    - Euch werd ich bekriegen (LXXX) (02/05)
    - Fick dich (CLXXXV) (02/05)
    - Meine Meinung (10/06)
    - Unhaltbar (CXIII) (04/06)
    - Vereint (CLXXIII) (07/05)
    - Was soll Euch zu Lämmern machen? (05/05) *


    Humor und Fröhliches

    - Die Baumschmuckfrage (12/06)
    - Herbstputz (11/05)
    - Lechts und Rinks (01/07)
    - Markuelia (03/06)
    - Mein Schatz (05/07)
    - Renate Strathe (04/06)
    - Seit die Autos reden können... (12/05)
    - U 9, 3 Uhr (12/04) *
    - Willkommen, 3. Welt (06/05) *


    Liebe und Leidenschaft

    - Entscheidungen (04/05)
    - Fingerübung (04/07)
    - Katzenauge (09/04) *
    - Leidenschaft (11/05)
    - Neue Wege (09/04)
    - Oh Liebkoste, ewiglich (06/05)
    - Späte Rückkehr (12/04)
    - Vertraute Wut (03/06) (Villanella)
    - wo bin ich (10/05)
    - Zuviel für mich (05/06)


    Philosphisches und Grübeleien

    - Alltag (12/07)
    - bittersüße (01/05)
    - Fehldenken (08/06)
    - (ver)Leben (09/05) (inklusive Audioversion)


    Natur

    - Weltenrund (05/05)


    Diverse

    - Blaupause (01/07)
    - Der Gespensterwald (10/06)
    - E depois do adeus (08/05)
    - Generöse Rodomontade (12/04)
    - Kaltgeschwängert (09/04)
    - Mentizid (05/05)
    - Präparatorblues (03/05)
    - Schritte für die Menschheit (06/05) (inklusive Audioversion) *
    - So fern, so nah (06/06)
    - Übertüncht (10/05)
    - Vor dem allerletzten Glase (01/05)


    Kurzgeschichten

    - Nachts um halb drei in Berlin Schöneberg (06/03)


    Mein Beitrag zum 1. Tümpelwettbewerb

    - Abgesang (04/05)
    (->zu den Kritiken der Juroren)


    Mein Beitrag zum 2. Tümpelwettbewerb

    - Neuronales Rauschen (04/06)
    (->zu den Kritiken der Juroren)


    Mein Beitrag zum 3. Tümpelwettbewerb (Kurzgeschichten)

    - Alle Menschen wollen glücklich sein (09/07)
    (->zu den Kritiken der Juroren)



    * Zeichnungen: Donna Carvalho


  • U 9, 3 UhrDatum10.05.1970 11:28
    Thema von Don Carvalho im Forum Humor und Fröhliches
    U 9, 3 Uhr

    Zungen kämpfen ihren Kampf,
    werfen grob sich nieder.
    Lippenstellung wie im Krampf,
    spastisch zucken Lider.

    Grobmotorisch öffnet nun
    dieser Fatz die Hose,
    röchelnd fängt sie an zu muh'n
    (dies erinnert lose

    an ein Werk in Bauers Stall
    -ähnliche Ästhetik-,
    doch ist dies der geistlos Hall
    von dem hechelnd Spätfick).

    Ach, ein Ende findet sich
    -Leid ist' s dem Betrachter-
    nicht und das ist fürchterlich,
    welch Erotikschlachter!

    Rathaus Steglitz, Gott sei Dank,
    endlich darf ich gehen.
    Diese Form von Liebeskrank
    will ich nicht verstehen...

    (c) Don Carvalho
    - Dezember 2004

    P.S.: Die U 9 ist übrigens eine U-Bahnlinie in Berlin mit den Endhaltebahnhöfen Osloer Straße und Rathaus Steglitz


    Zeichnung: Donna Carvalho
  • Oh Liebkoste, ewiglichDatum10.05.1970 09:37
    Thema von Don Carvalho im Forum Liebe und Leidenschaft
    Oh Liebkoste, ewiglich

    Ich liebkose was mein Herz berührte,
    noch immer mich in Schwingungen versetzt.
    Absichtlich das Feuer ich stets schürte,
    auf die Gefahr hin, dass es uns verletzt.

    Weniger möcht ich jedoch nie geben,
    weil weniger löscht gänzlich was ich bin.
    Alles geb ich Dir, bis auf mein Leben,
    denn einsam hat's für keinen von uns Sinn!

    (c) Don Carvalho
    - Juni 2005
  • MentizidDatum10.05.1970 08:18
    Thema von Don Carvalho im Forum Diverse
    Mentizid

    So schaut mir tief in meine Augen
    und hört, was ich Euch sagen will:
    Ihr alle könnt zu etwas taugen,
    ihr braucht nur meinen sanften Drill!

    Ich müsst nur aufsteh'n und es wagen,
    es ist nicht wirklich viel dabei.
    Riskiert ihr zudem Kopf und Kragen,
    dann macht es euch erst wirklich frei.

    Euch selber mal zu exponieren
    ist niemandem mit Recht zu viel,
    Gedankenskrupel deponieren
    ist mein mir selbst geschaffnes Ziel.

    Und habt ihr all die Konventionen
    gebrochen und dann klein gesägt,
    werd ich Euch nicht mehr länger schonen,
    da endlich meine Stunde schlägt.

    (c) Don Carvalho
    - Mai 2005
  • WeltenrundDatum10.05.1970 06:50
    Thema von Don Carvalho im Forum Natur
    Weltenrund

    So zieh ich meine
    steten Kreise
    leise, ohne störend Rauschen.

    Und könnt ich lauschen
    im Dämmerlicht
    würd' nicht irgendetwas hören.

    Die Ruhe stören
    will die Angel,
    doch ich hangel mich in Steine.

    So zieh ich meine
    steten Kreise

    leise.

    (c) Don Carvalho
    - Mai 2005

    edit: Ich habe in Str. 3 "ne" in "die" geändert.
  • Was soll Euch zu Lämmern machen?Datum10.05.1970 05:34
    Thema von Don Carvalho im Forum Gesellschaft
    Was soll Euch zu Lämmern machen?

    Ihr seid nichts als engelsgleiche
    Lämmer auf der Opferbank,
    modernd selbst gibt Eure Leiche
    Rosenduft, nicht Schuldgestank.

    Will das Jammern nicht mehr hören,
    auch Euch selbst ich achte nicht.
    Lachend will ich Euch verstören,
    höhne Euch ins Angesicht.

    Lass nicht enden mein Gelächter
    bis von Euch ein jeder flennt.
    Selbsternannte Sittenwächter,
    Zeit ist's, dass Ihr Euch erkennt!

    (c) Don Carvalho
    - Mai 2005


    Zeichnung: Donna Carvalho
  • KaltgeschwängertDatum10.05.1970 05:25
    Thema von Don Carvalho im Forum Diverse
    Kaltgeschwängert

    Augen alt und grau
    aus kaltgeschwängert' Weiher.
    Ist Zeit vergangen?

    Blatt meines Schoßes
    kann meine Scham nicht bergen.
    Verweht wohl der Wind?

    Frost nagt meinen Sinn,
    den ich zu finden suchte-
    doch niemals verlor.

    (c) Don Carvalho
    - September 2004
  • EntscheidungenDatum10.05.1970 05:12
    Thema von Don Carvalho im Forum Liebe und Leidenschaft
    Entscheidungen

    Ich weiß, du siehst die Schatten nicht,
    die ich schon lange werfe,
    du wähnst dich noch im Rampenlicht,
    wo ich mich nur noch nerve.

    Kein Zweifel, du warst immer blind
    in Herzenssachverhalten,
    emotional schon fast ein Kind
    war ich früh bei den Alten.

    Drum ist' s kein Wunder, glaube mir,
    dass ich nun endlich gehe.
    Und liegt mir auch noch viel an dir
    bringt Schaden nur die Nähe.

    So sei, ich bitt Dich, einfach still,
    es gibt nichts mehr zu sagen.
    Denn das ist alles was ich will,
    weil Zweifel an mir nagen...

    (c) Don Carvalho
    - April 2005
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